101-jähriger Zeitzeuge im Gespräch mit der GEMM
“Günter Sehrbrock, geboren am 1.9.1925, machte nach Beendigung seiner Schulzeit in Münster-Mecklenbeck eine Maurerlehre. Danach begann er das Studium zum Bauingenieur. Nach dem zweiten Semester im Sommer 1943 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Im Anschluss an die Ausbildung zum Infanteristen und ersten Kampfeinsätzen in der Ostukraine machte er den gesamten Rückzug des deutschen Heeres als Sicherungssoldat der zugehörigen Artillerieabteilung quer durch die Ukraine, durch den Nordteil Ungarns und längs durch die Slowakei mit. Dabei geriet er am 12. Mai 1945 in der Tschechei in russische Gefangenschaft. Im Herbst 1949, nach 20 Monaten Kriegsdienst und vier Jahren Gefangenschaft, kam er nach Hause.”
Herr Sehrbrock ist 101 Jahre alt.
Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, war er 8 Jahre alt.
Als der 2. Weltkrieg 1939 begann, war er 14 Jahre alt.
Als der Krieg zu Ende ging, war er 20 Jahre alt.
Als er aus der Gefangenschaft kam, war er 24 Jahre alt und ein neues Leben startete für ihn.
Herr Sehrbrock berichtete zunächst über seinen Lebensweg.
Da er erblindet ist, unterstütze ihn Herr Raub aus seinem Buch “50 Millionen” vorzulesen.
Danach bestand Möglichkeit zum Gespräch mit dem Zeitzeugen.
“Antikriegsroman
1936: Die Schulzeit der vier Freunde Alexander, Peter, Ludwig und Adolf ist zu Ende und jetzt freuen sie sich auf ihre Zukunft. Das Leben ist voller Verlockungen, zum Beispiel schmucke Soldatenuniformen. Schon bald werden sie in den Krieg ziehen, drei von ihnen voller Begeisterung, doch alle werden ihre Illusionen verlieren und einen grausamen Tod finden. Hinter den reinen Gefallenen- und Verwundetenzahlen stehen Einzelschicksale, jeder erlebt seinen persönlichen Tod, seinen eigenen Weltuntergang.
Als am 24.2.2022 das Gespenst des Angriffskrieges nach Europa zurückkehrte, fühlte Günter Sehrbrock, einer der letzten überlebenden Teilnehmer des zweiten Weltkrieges, die Notwendigkeit, sich zu Wort zu melden. Die Personen seines Romans sind fiktiv, das Leid war real.”
Eine der vier Klassen hat ihre Gedanken danach im Folgenden zusammengefasst.
Das hat mich berührt:
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Mich hat es berührt, dass er seine beiden Frauen verloren hat.
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Mich hat es berührt, dass er seine Freunde im Krieg verloren hat.
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Mich hat es berührt, dass er wegen seiner Erblindung seine Hobbys wie Zeichnen nicht mehr weiter ausführen konnte.
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Mich hat es berührt, dass er, nachdem er im Krieg war, noch ins Straflager musste und seine Familie nicht sehen konnte.
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Mich hat es berührt, dass er aufgeplatzte Körper gesehen hat, teilweise auch abgetrennte Körperteile wie Arme, Oberkörper und Köpfe.
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Mich hat es sehr berührt, wie früh er sein Leben riskieren sollte, was er an der Front für Bilder gesehen hat und wie die Leute sich gegenseitig zerfetzt haben.
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Mich hat es sehr berührt, dass, als er es endlich geschafft hatte, die schlimmen Erfahrungen zu verkraften, und dann von dem Ukraine-Krieg erfahren hat, alles wieder so heftig und schlimm zurückkam.
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Mich hat es berührt, dass er im Krieg seine Freunde verloren und erfahren hat, wie sie gestorben sind.
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Mich hat es berührt, als er angefangen hat zu weinen, weil das alles wieder hochkam, als er von dem Krieg erzählt hatte.
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Besonders berührt hat mich die Geschichte, die er in echt als Zusammenfassung erzählt hat.
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Mich hat die Krankenschwester berührt, die so hart gearbeitet hat, nach Hause kam und ihr Elternhaus zerstört vorfand.
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Dass der Krieg seine Zukunft zerstört hat.
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Mich hat es berührt, wie er von dem Mann erzählt hat, der gar nicht in den Krieg wollte, am Ende trotzdem musste und gestorben ist.
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Mich hat die Geschichte des Mannes, der im Zug gestorben ist, berührt.
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Mich hat es berührt, dass seine beiden Frauen verstorben sind und der Mann im Zug kurz vor dem Ziel gestorben ist.
Das nehme ich mit:
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Ich nehme mit, dass ich zufrieden mit meinem Leben sein sollte.
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Ich nehme mit, dass wir das Leben ohne Krieg genießen sollten, da es leider nicht mehr selbstverständlich ist.
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Ich nehme mit, dass er das, obwohl er blind und 101 Jahre alt ist, sehr gut erklärt hat.
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Ich nehme mit, dass ich mein Leben genieße.
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Ich nehme mit, dass ich die Zeit mit Freunden und Familie sinnvoll nutze.
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Ich nehme mit, dankbarer dafür zu sein, im Frieden zu leben.
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Ich nehme mit, dass man, egal was einem im Weg steht, nicht aufgeben sollte.
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Ich nehme mit, dass man die Tage, die man hat, schätzen und genießen sollte.
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Dass sich auf einen Schlag alles ändern kann – das komplette Leben.
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Ich nehme mit, dass man dankbar sein soll für das, was man hat, und dass Krieg sehr schlimm ist.
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Ich nehme mit, dass es wichtig ist, seine Erfahrungen zu teilen, und dass es so etwas nicht mehr geben sollte.
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Dass ich für meine Freiheit und Zukunft dankbar sein sollte.
Das möchte ich dem Zeitzeugen noch sagen:
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Ich finde es sehr schön, dass Sie den Mut haben, blind in Schulen zu gehen und von Ihrem Leben zu erzählen, obwohl Sie nicht wissen, wer gerade vor Ihnen steht.
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Dass er meinen ganzen Respekt dafür hat, dass er so stark und positiv ist. Ich bin dankbar, dass er der Welt erzählt hat, was passiert ist, und nicht schweigt.
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Ich bin ihm dankbar, dass er sich die Zeit nimmt, zu uns zu kommen, und finde, dass er genau so weitermachen soll.
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Ich finde es schön, dass er trotz all dieser Ereignisse in seinem Leben so gut davon erzählt und es uns sehr gut nahegebracht hat.
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Ich finde es schön, dass er seine Geschichte mit uns teilt und uns über dieses schlimme Ereignis aufklärt.
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Ich finde es toll, dass Sie Ihre Vergangenheit und Ihre Erlebnisse mit Menschen teilen. Das ist nicht selbstverständlich, aber sehr wichtig, damit Menschen die Wahrheit darüber erfahren.
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Ich fand es berührend, seine Geschichte zu hören, und wünsche ihm, dass er weiterhin so positiv bleibt.
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Ich würde ihm sagen, dass ich es sehr wertschätze, dass er in so einem hohen Alter noch über seine Erlebnisse spricht und uns aufklärt.
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Ich würde ihm sagen, dass wir uns glücklich schätzen können, dass wir seine Geschichte hören durften.
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Ich würde ihm sagen, dass ich es stark finde, dass er von seinen Erlebnissen erzählt und trotz seiner Blindheit nicht die Freude am Leben verliert.
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Ich würde ihm danken, dass er von seinem Leben und dem Krieg erzählt. Es ist wichtig, dass die Leute Bescheid wissen und dass er darüber redet, statt die Vergangenheit totzuschweigen.
Es war eine sehr intensive Begegnung der Generationen zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Schüler:innen hörten aufmerksam zu und haben viele Fragen gestellt. Herr Sehrbrock warnte vor antidemokratischen Tendenzen in Deutschland und Europa. Einen sehr optimistischen Appell richtete er an die junge Generation, dass sie es schaffen wird in Gespräch zu bleiben und die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.
GEMMeinsam erreicht man in Deutschland und auch in Europa mehr!

