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WIE WIR ARBEITEN

Lernbüro und Logbuch

Die Heterogenität unserer Schüler/innen erfordert stark individualisierte Lernformen. Daher gibt es in der Gesamtschule Münster-Mitte jeden Tag Lernbürozeiten in denen die Schüler/innen an differenzierten Aufgaben auf verschiedenen Niveaus selbstständig arbeiten. Darüber hinaus findet Fachunterricht vor allem geprägt durch kooperative Lernformen statt und es gibt Projektzeiten, in denen die Schüler/innen in Gruppen lernen projektorientiert zu arbeiten. Damit verbinden wir verschiedene Lernformen und Erarbeitungsweisen zu einem motivierenden und abwechslungsreichen ganztägigen Lernangebot.

Zu Beginn der Woche legen die Schüler/innen (gemeinsam mit den Lehrkräften) individuelle Wochenziele für die verschiedenen Fächer im Lernbüro sowie ein übergreifendes (soziales) Ziel fest. Am Anfang einer jeden Lernbürostunde überlegen sie sich zunächst, mit welchem Fach sie anfangen möchten und was später bearbeitet wird. Dabei ist es möglich, dass sich die Schüler/innen mit dem Tischnachbarn absprechen können, um Lernpartnerschaften zu bilden.

Grundsätzlich sollen alle Schüler/innen in den Lernbürostunden 2 St. Mathe, 2 Std. Deutsch und 1 Std. Englisch bearbeiten. Ein bis zwei Stunden verbleiben zur „freien Auswahl“. Im Jahrgang 5 wird in einer dieser Stunden das „Soziale Lernen“ durchgeführt. In den anderen Jahrgangstufen dienen sie vor allem dazu, Zeit in Förder- oder Forderangebote zu stecken. Wenn Schüler/innen in einem Fach etwas weniger Zeit benötigen, können sie diese Zeit in ein anderes Fach „investieren“.

Die Arbeit im Lernbüro verläuft immer in der gleichen Struktur – dabei hilft unsere Lernbüro-Uhr, (die unsere Schüler/innen im Technikunterricht hergestellt haben). Zu Beginn einer jeden Lernbürostunde gibt es eine Organisationsphase, in der die Schüler/innen sich für ein Fach und eine Aufgabe im entsprechenden Lernplan entscheiden. Dies wird in der Lernbüroliste im Klassenraum festgehalten, um einen Überblick zu erhalten. Montags und dienstags können die Schüler/innen dabei noch völlig frei entscheiden, wenn aber ein/e Schüler/in beispielsweise mittwochs das dritte Mal am gleichen Fach arbeiten möchten, gibt die Lehrkraft einen Hinweis, dass auch die anderen Fächer noch bearbeitet werden müssen, in der Regel erfolgt dann auch eine kurze Beratung durch die Lehrkraft. Im Anschluss an die erste Organisationsphase beginnt eine Phase der Stillarbeit, in der die Schüler/innen eigenständig mit den Aufgaben zu arbeiten. Die anwesenden Lehrkräfte und Praktikant/innen können aber unterstützen. Die zweite Organisationsphase verläuft meist ruhig und fließend, einige Schüler/innen arbeiten einfach weiter, andere suchen sich eine/n Partner/in und arbeiten im „Flüstermodus“. In dieser Phase können Schüler/innen nach Absprache mit der Lehrkraft auch im Nebenraum oder der neben dem Klassenraum gelegenen Lerninsel arbeiten. Außerdem machen die Lehrkräfte in dieser Phase oft ein „Fachangebot“, d.h. sie bieten kleineren Schülergruppen an, bestimmte Themen der Unterrichtsreihe gemeinsam zu bearbeiten. Am Ende jeder Lernbürostunde tragen die Schüler/innen in ihr Logbuch, was sie gelernt und bearbeitet haben – und zwar so, dass sie am Ende der Woche auch noch wissen, was sich hinter dem Eintrag verbirgt.

Damit die Schüler/innen selbstständig und selbstverantwortlich arbeiten können, sind die Materialien so gestaltet, dass Kontrollen möglich sind und am Ende eines Lernschrittes auch eingefordert werden.

Die Lernpläne für die Fächer sind alle gleich aufgebaut, damit die Struktur und die Zeichen für alle Fächer und Klassen gleich und damit leicht zu merken sind. Am Anfang eines jeden Lernplans stehen das Ziel der Unterrichtsreihe und die Kompetenzen, die erreicht werden. Vor jedem Lernschritt sind diese Kompetenzen in Form von „Ich-kann-Sätzen“ ebenfalls angeführt. Alle Kinder müssen bestimmte, nicht besonders gekennzeichnete Aufgaben, die sog. Basisaufgaben, lösen. Darüber hinaus gibt es Ein- und Zweisternchen-Aufgaben (ab Jg 7 auch Drei-Sternchen) zwischen denen sie wählen können und Glühbirnenaufgaben, die einen herausfordernden Charakter haben. Die Lehrkräfte achten dabei insbesondere bei den stärkeren Schüler/innen darauf, dass sie Aufgaben ihrem Leistungsniveau entsprechend wählen. Die Praxis hat allerdings gezeigt, dass die meisten Schüler/innen aus Ehrgeiz zunächst die „schwereren“ Aufgaben wählen – es gibt also eher selten das Phänomen, dass ein Kind immer nur am unteren Rand seiner Leistungsfähigkeit arbeitet. Am Ende eines Lernschritts müssen die Schüler/innen i.der Regel eine Aufgabe bei der Lehrkraft abgeben um zu zeigen, dass sie den Lernschritt bearbeitet und verstanden haben. Gekennzeichnet ist dies durch eine Stopp-Schild am Ende des Lernschritts.