DG-SchülerInnen der Jahrgänge 7 und 8 erinnerten an die Pogromnächte vom 9.- 13. November 1938
Die Durchsage beginnt mit dem zarten Gesang einer berührenden Sopranstimme, die eine melancholische Melodie in einer den meisten fremden Sprache anstimmt: Es ist der Beginn des hebräischen Friedenslieds „Hine Matov“.
Dann sprechen im Wechsel Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs und erklären, was es mit den Stolpersteinen auf unserem großen Schulhof auf sich hat: Sie sind unscheinbare Denkmäler, die an 2 Familien erinnern, welche in der Nazi-Zeit auf der Jüdefelderstraße, also der Adresse unserer Schule, gewohnt hatten:
die jüdische Familie Neuhaus und die Sinti/Roma-Familie Jörling/ Wagner.
Alle wurden Anfang der 40er Jahre deportiert und in KZs getötet.
Die DG-Kurse 7 und 8 hatten sich im Vorfeld mit der Thematik Holocaust im Münsterland auseinandergesetzt. Zu Beginn der Woche hatten sie im Unterricht Besuch von Peter Schilling (Initiator zur Pflege der Stolpersteine in Münster und Vorsitzender des Vereins Spuren Finden e.V.), dem sie gebannt gelauscht hatten und von dem sie auf viele Fragen informative Antworten bekamen.
Neben weiteren Informationen zu den Pogromnächten kündigten die jungen kompetenten SprecherInnen eine kurze Gedenkzeremonie mit Blumen und Kerzen an, die musikalisch untermalt wurde von einem einzelnen Pianisten mitten auf dem Schulhof. Begabungsschüler Lukas Sawicki aus der Q2, bekannt für seine Improvisationskunst, führte die Melodie „Hine Matov“ in fließenden Arpeggien weiter, alles andere blieb stehen: Klassen versammelten sich an den Fenstern, Blicke und Ohren auf das stille Geschehen auf den Schulhof gerichtet, und kamen somit der Bitte der SprecherInnen nach: Die ganze Schule zollte der Gedenkveranstaltung mit Schweigen ihren Respekt, auch am folgenden Beratungstag befinden sich die weißen Rosen und die noch brennenden Kerzen am selben Ort, ein Lichtblick in dieser dunklen Zeit….